Samstag,
3. Dez. 2016,
21 Uhr |
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Ausgerechnet
in Brüssel sitzt er im schäbigen Bademantel in
einer gammeligen Wohnung: der "liebe Gott" ganz
höchstpersönlich. Seinem Namen macht er aber keine
Ehre, weil er die Menschen aus reiner Bosheit
ständig mit Missgeschick triezt. So ist es zum
Beispiel kein Zufall, wenn Telefone klingeln, wenn
man in der Badewanne sitzt. Während seine Frau in
stummer Resignation den Haushalt führt, begehrt
seine Tochter Ea aus Mitleid mit der Welt auf.
Geschickt hackt sie Papas Computer, reißt aus und
bringt die streng geheimen Todesdaten per SMS-Leak
unters Volk. Mitten im angezettelten Tohuwabohu
sucht sie 6 neue Apostel, einer skurriler als der
andere, um das vor 2000 Jahren begonnene Werk
ihres Bruders JC würdig weiterzuführen - ein
brandneues Testament muss her!
Diese schräge belgische Komödie mag willkürlich
wirken. Doch in ihrer Impertinenz steckt auch viel
Philosophisches. Gewinnt die ungewohnt definierte
Lebenszeit an Wert oder verliert sie an Belang?
Auf den Spuren von "das Leben des Brian" und
weiterer respektloser Vorbilder entwirft Jaco von
Dormael eine Fabel mit dem Mut zur Anarchie. Sein
Konzept überzeugte sogar Catherine Deneuve zu
einem selbstironischen Auftritt in einer
Nebenrolle.
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Das
brandneue Testament
Fr., Belgien, Lux., 2014, 105 Min., FSK: ab 12 J.
Regie: Jaco van Dormael
Drehbuch: Jaco van Dormael, Thomas Gunzig
Kamera: Christophe Beaucarne
Darsteller: Catherine Deneuve, Benoît Poelvoorde,
Yolande Moreau, Pili Groyne, Romain Gelin, u.a.
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