Samstag,
9. Dez. 2017,
21 Uhr |
|
Über
zwei Jahrtausende durfte er in Ruhe wachsen, bis
„El Olivo“ aus der Familienplantage ausgegraben
und nach Deutschland verbracht wurde. Seither hat
sich für Alma alles zum Schlechten gewendet. Der
innig geliebte Großvater sprach fortan kein
einziges Wort mehr und auch dem Rest der Familie
hat der Verkauf des Baumes nur kurzfristig die
materiell-existenziellen Nöte genommen. Für Alma
ist klar: Der Familienbaum muss wieder her!
Dummerweise steht dieser unterdessen nicht nur im
Foyer eines Düsseldorfer Energiekonzerns - nein,
seine Silhouette wurde sogar zum Logo des besagten
Konzerns. Beherzt wie einst Don Quijote macht Alma
sich trotzdem auf den Weg das Familiengewächs nach
Hause zu holen.
Dieser Film hätte ein moralinsaures,
natur-metaphorisch völlig überladenes Öko-Märchen
werden können. Hätte. Wäre das Script nicht von
Paul Laverty, Ken Loachs langjähriger
Drehbuchautor, und wäre eine andere als Icíar
Bollaín, die Regisseurin gewesen. Bollaín bewies
ein unglaublich gutes Gespür bei der Besetzung der
Rollen und schuf eine dramatische Komödie die in
einem Moment einem die Kehle zuschnürt und im
nächsten eine Lachattacke provoziert!
|
El
Olivo - Der Olivenbaum
Spanien/Deutschland, 2016, 98 Min., FSK: ab 6
Regie: Icíar Bollaín
Kamera: Sergi Gallardo
Darsteller: Anna Castillo, Pep Ambròs, Javier
Gutiérrez, Manuel Cucala, Miguel Angel
Aladren, u.a.
Vorfilm: Herzdamen
Markus Kiefer als Special Guest aus Mainz.
|
|