Freitag,
16. März 2018,
21 Uhr |
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Was
führte 1869 Wyoming, 1906 Finnland, Deutschland
1918, die Schweizer aber erst 1971 ein? Richtig!
Das Frauenwahlrecht!
Weltweit greifen die 68er-Revolten um sich. Außer
in der Schweiz. Hier geht das Leben seinen
gewohnten Gang. Gesellschaftliche Umwälzungen
finden woanders statt. Frauen sind, nach wie vor,
nur für die drei großen K’s zuständig: Küche,
Kinder, Kirche.
Nora (Marie Neuenberger) interessiert sich nicht
für Politik - bis sie wieder, die Kinder sind ja
schon groß, arbeiten gehen will. Hans (Max
Simonischeck), ihr Ehemann, verweigert sein
Einverständnis, wie es damals sein „gutes“ Recht
war. Was sollen denn die Nachbarn denken, wenn die
Frau dazuverdienen geht? Als Nora in der Stadt
Frauenwahlrechtsaktivistinnen begegnet, kehrt sie
mit einer Tasche voller Bücher und Broschüren
zurück …
Die unaufgeregte Erzählweise gehört zu den Stärken
dieses Films. Das Weniger der großen Gesten führt
zu einem unverstellteren Blick auf den
Gesellschaftsmief, pointiert gekonnt die
komischen, wie die tragischen Momente. Sehenswert
nicht nur wegen der großartigen Leistung der
Schauspieler, sondern auch weil er uns daran
erinnert, dass man für seine Rechte einstehen
muss.
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Die
göttliche Ordnung
Scope, Schweiz, 2017, 96 Min., FSK: ab 6 J.
Buch + Regie: Petra Volpe
Kamera: Judith Kaufmann
Darsteller: Marie Leuenberger, Max
Simonischek, Rachel Braunschweig, Sibylle
Brunner, Marta Zoffoli, Bettina Stucky, Peter
Freiburghaus, Therese Affolter, Ella Rumpf,
u.a.
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