Samstag,
22. April 2017,
21 Uhr
Katsushika Hokusai (1760 - 1849) gilt als einer der bedeutendsten Künstler Japans. Seine Werke beeinflussten auch europäische Maler der Moderne wie van Gogh oder Monet. Das Anime erzählt jedoch wenig über Hokusai selbst; vielmehr geht es vor allem um dessen dritte Tochter O-Ei. Diese war selbst Künstlerin, stand jedoch im Schatten ihres berühmten Vaters. Wie auch in Europa wurden Frauen als Malerinnen in Japan kaum ernstgenommen. In verschiedenen, teils fiktiven Episoden wird aus dem Tokio des Jahres 1814 erzählt, insbesondere O-Eis Beziehung zu ihrer blinden Schwester O-Nao beleuchtet.

Regisseur Keiichi Haras Drehbuch basiert auf dem Manga "Sarusuberi" der Künstlerin Hinako Sugiura. Bisweilen zitiert die Bildgestaltung die berühmten Bilder von Hokusai, wie z. B. dessen Meisterwerk “Die große Welle von Kanagawa”. Ein fantastisches Anime, das die Möglichkeiten des Zeichentricks ausschöpft und die Grenzen zwischen Wirklichem und Unwirklichem, Haus und Hölle, Arbeit und Magie unscharf werden lässt.

Miss Hokusai

Anime, Japan, 2015, 90 Min., FSK: ab 6 J.   
Regie: Keiichi Hara   
Buch: Miho Maruo
(Nach dem Manga "Sarusuberi" von Hinako Sugiura)   
Kamera: Kôji Tanaka   
Musik: Harumi Fuki   
Schnitt: Shigeru Nishiyama