Freitag,
3. Nov. 2017,
20 Uhr
Im mittelalterlichen Böhmen marodieren räuberische Familienclans durch die Landstriche. Einer davon wird von dem tyrannischen Kozlik angeführt. Als eines Tages seine Söhne einen reichen Deutschen überfallen, von dem sie sich Lösegeld versprechen, droht ihnen die königliche Verfolgung. Und der ebenfalls halunkische Nachbar Lazar weigert sich, Kozlik zur Seite zu stehen. Aus Rache entführt Kozliks Sohn Mikolás Lazars Tochter Marketa, die eigentlich fürs Kloster vorgesehen war und nun stattdessen ein wildes Räuberleben erduldet.

František Vlácils meisterhafter Film entstand zum Höhepunkt der tschechischen "Neuen Welle". Die Handlung um die Konflikte von Christen- und Heidentum in winterlicher Landschaft ist dabei nur ein Grundgerüst, an der sich visionäre Szenen in wilden Zeit- sprüngen aneinander ketten. Vlácil ließ sogar seine Darsteller viele Monate wie im Mittelalter leben, um für sein schwarz-weißes Filmgedicht eine selten zu sehende Authentizität zu erreichen. Nicht nur deswegen wird das lyrische Epos inzwischen von Kritikern als "bester tschechischer Film aller Zeiten" gelobt.
Marketa Lazarová

Schwarz-weiß, CSSR, 1967, 165 Min., FSK: ab 16
Regie: Frantisek Vlácil
Vorlage: Vladislav Vancura (Roman "Marketa Lazarová")
Kamera: Bedrich Batka
Darsteller: Josef Kemr, Magda Vásáryová, Nada Hejná, Jaroslav Moucka, Frantisek Velecký, Karel Vasicek, u.a.

Sprache: Original mit deutschen Untertiteln