Freitag,
24. März 2017,
21 Uhr
Bei den regelmäßigen Benefizkonzerten in ihrem Schloss quält Madame Dumont ihre Gäste zum Abschluss mit ihrer eigenen „Toneskunst“. Aus den verschiedensten Gründen will ihr aber niemand sagen, wie es wirklich um ihren Gesang steht - im Gegenteil; das „Ausnahmetalent“ der reichen Baronin wird gerne und ausgiebig gefeiert. Und so kommt es wie es kommen muss:   Die selbsternannte Sängerin will an der Pariser Oper auftreten. Ehemann Georges versucht nun alles, um seine Frau vor der drohenden Schmach zu bewahren.

Xavier Giannoli adaptierte die wahre Geschichte von Florence Foster Jenkins (1868-1944) in die „Goldenen Zwanziger“ nach Frankreich. Die geschickte Zeitverschiebung lässt die tragische Figur der naiven Baronin (ideal von Cathérine Frot besetzt) in noch pompöserem „Schönen Schein“ dieser Zeitepoche glänzen. Zudem mit vielen grotesken Nebenfiguren (wie z.B. den Gesangslehrer) ausgeschmückt, zeigt sich am Ende vor allem eines: Die tragische Figur einer Frau der Bourgeoisie, die keiner um ihretwillen selbst zu lieben vermag, sondern nur für eigene Ziele benutzt.

Die historische US-Erbin, die 1944 die New Yorker Carnegie-Hall anmietete, um mit 76 Jahren aufzutreten, erlitt kurz nach dem tatsächlich ausverkauften Auftritt, der total verrissen wurde, einen Herzinfarkt und verstarb.

Madame Marguerite
oder: Die Kunst der schiefen Töne

 Frankreich/Tschechien, 2015, 129 Min., FSK: ab 12 J.
Regie: Xavier Giannoli
Kamera: Glynn Speeckaert
Musik: Ronan Maillard
Schnitt: Cyril Nakache
Darsteller: Catherine Frot, André Marcon, Michel Fau, Christa Théret, Denis Mpunga, Sylvain Dieuaide, u.a.