Freitag,
25. März 2016,
21 Uhr
Nach dem sehr persönlichen, ebenfalls den Tod betreffenden Film „Leben und Sterben in Castrop-Rauxel“ aus dem Jahre 2006 begab sich Bernd Schaarmann in diesem Dokumentarfilm auf Weltreise, um an den verschiedensten Orten der Erde zu erleben und zu zeigen, wie andere Kulturkreise mit dem Kontext „Tod“ umgehen.

Man wird sich nachhaltig gewahr, dass gerade wir in unserer „hochzivilisierten, westlichen Welt“ diesen Komplex oftmals als unangenehm, einem notwendigen Übel gleich vor uns herschieben, wo andere (Volk der Toraja auf Sulawesi) es beispielsweise als selbstverständlich ansehen, mit den Verstorbenen eine geraume Zeit auf engstem Raum zu leben, oder sich sogar aufgrund der herrschenden Armut eine „Totenstadt“ (Kairo) entwickeln kann; bis hin zu der für uns sehr befremdlichen „Normalität“, dass Kinder in Manila mit Schädeln spielen.

Die behutsam ästhetisch geführte Kamera (Olaf Hirschberg, Andreas Marder, Bernd Schaarmann) bringt uns den Tod eindrucksvoll positiv nahe, was durch die einfühlsamen Gespräche mit den Protagonisten und die gezielten Kommentare noch verstärkt wird. So zollt die Dokumentation letztlich großen Respekt den Menschen und ihren Ritualen gegenüber, der im Film durchweg spürbar bleibt.

Der Regisseur selbst starb im Oktober '14 im Alter von nur 46 Jahren und konnte die Uraufführung auf dem Max-Ophüls-Festival 2015 nicht mehr miterleben.

Nice Places to Die

Doku, Deutschland, 2014, 110 Min., FSK: ab 6 J.
Regie: Bernd Schaarmann
Buch/Idee: Heike Fink