Samstag,
28. Mai 2016,
21 Uhr
Was ist los mit diesem Taxifahrer? Verfährt sich auf den Weg ins Krankenhaus? „Bist wohl neu im Job. Ganz unten angekommen, was?" Der Fahrer lächelt. „Was ist das? Eine Alarmanlage?", fragt der Fahrgast mit Blick auf die Minikamera auf dem Armaturenbrett. „Nein, ich filme die Fahrt. Ist das okay?" Ist dem Gast egal. Kurz darauf steigt eine Frau zu und es entbrennt eine Debatte über die Bestrafung von Dieben. Ein anderer Fahrgast erkennt den Fahrer als den Filmemacher Jafar Panahi und vermutet, dass er aufgrund seines Berufsverbotes als Taxifahrer arbeiten muss. Später steigen zwei ältliche Schwestern ein, beladen mit einem Goldfisch im Glas und verlangen, schleunigst zu einer heiligen Quelle gebracht zu werden ...

Mit den Laiendarstellern, allesamt Freunde und Bekannte Panahis, steigt ein Querschnitt der iranischen Gesellschaft zu ihm ins Auto, dem einzigen Handlungsort dieser Komödie. Witzig und liebevoll zeigt Panahi in dieser Pseudodoku die Charaktere seines Landes. Dabei ignoriert er die Gefahr, die der heimliche Dreh dieses Films für ihn bedeutet und liefert eine Komödie, die vor lauter unbändiger Lust am Filmemachen sprüht.

Taxi Teheran

TAXI
Iran, 2015, 86 Min., FSK: ab 0 J.
Buch und Regie: Jafar Panahi
Kamera und Schnitt: Jafar Panahi (weitere ungenannt)
Auszeichnungen:
Goldener Bär 2015, FIPRESCI-Preis 2015