Samstag,
5. März 2016,
21 Uhr (Spätschicht)
Andrew will als Schlagzeuger an einem renommierten Musikkonservatorium in New York Karriere machen. Er hat das Talent und den notwendigen Ehrgeiz dazu. Der Dozent und Dirigent Terence Fletcher entdeckt ihn, was ihm die einmalige Chance eröffnet, in dessen Band Fuß zu fassen und vorwärts zu kommen.

Nicht nur die Obsession des Schülers, ein perfekter Musiker werden zu wollen, wird in diesem Film gezeigt. Im Fokus stehen vor allem die demütigenden Methoden des Lehrers, der seinen Schüler brachial zu „Höchstleistungen“ antreibt, gleich einem Jockey, der seinem Pferd die Peitsche verpasst. Just das Jazz-Stück „whiplash“ (engl.: Peitschenschlag, Schleudertrauma) wird dann auch zur Zerreißprobe, denn hier geht es nicht nur um „gute Musik“, sondern auch um einen jungen Mann, der es sich beweisen will und einen Lehrer, der unter dem Deckmantel des „notwendigen Ansporns“ seinen Sadismus auslebt. Diese regelrechte Sucht nach Perfektion auf beiden Seiten ist dann auch das explosive Gemisch, das zum Eklat führt...

Ob in der Musik, beim Sport oder in anderen Bereichen: Gerade Ausnahmetalente zeigen eine erschreckende Bereitschaft, für eine wie auch immer geartete „Perfektion“ erbarmungslosen Drill auf sich zu nehmen. Die dabei entstehende totalitäre Lehrer- Schüler-Beziehung lässt auch beim untalentierten „Otto-Normal-Verbraucher“ Beklommenheit aufkommen. Und so erhielt „Whiplash“ auf dem Sundance Film Festival 2014 den Hauptpreis sowie 2015 mehrere Oscars in den Kategorien bester Schnitt, bester Ton und bester Nebendarsteller.

Whiplash

Drama, USA 2014, 107 Min., FSK: ab 12J.
Buch und Regie: Damien Chazelle
Dasteller: Miles Teller, J.K. Simmons, Paul Reiser, Melissa Benoist, Austin Stowell, Nate Lang, Chris Mulkey