Freitag,
4. Nov. 2016,
21 Uhr
In ihrem eigentlich anspruchsvollen Job bei einer kleinen IT-Firma fühlt sich Ania nicht so recht gewürdigt, weil ihr Chef sie oft zum Kaffeemachen abstellt. Auch sonst verläuft ihr Leben zwischen tristem Plattenbau und Krankenhausbesuchen bei ihrem Opa eher öde, bis sie ein ungewöhnliches Erlebnis aus ihrer Lethargie reißt: da streunt doch tatsächlich ein echter Wolf am kleinen Waldstück in der Nähe ihrer Wohnung herum! Vom Einbruch der Wildnis in ihr Lebensumfeld elektrisiert fasst Ania einen verwegenen Plan - diesen Wolf will sie sich fangen. Während ihr Projekt immer aberwitzigere Züge annimmt, entdeckt sie verschüttet geglaubte animalische Instinkte ... 

Nicolette Krebitz läßt in ihre kühlen "Berliner-Schule-Bilderâ einen Hauch von romantischer Fantasy einfließen, um die Geschichte einer radikalen Emanzipation zu erzählen. Doch sind es hier nicht die Männer, die auf dem Prüfstand stehen, es sind die Konventionen der Zivilisation, die die Hauptfigur als zu enges Korsett wahrnimmt. Und über den vollen Körpereinsatz, mit dem die Darstellerin Lilith Stangenberg in die Dreharbeit mit echten Wölfen gegangen ist, kann man nur staunen.  Der mutigste deutsche Film seit langem!

Wild

Deutschland, 2014, 97 min., FSK: ab 16 J.
 Buch u. Regie: Nicolette Krebitz
Kamera: Reinhold Vorschneider
Schnitt: Bettina Böhler
Musik: Terranova, James Blake
Darsteller: Lilith Stangenberg, Georg Friedrich, u.a.